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Schwimmbäder in Paris – ein Erlebnis?

Da ich in Deutschland ziemlich regelmäßig schwimmen war, wollte ich das auch in Paris fortsetzen. Und so ging ich im Winter das erste Mal in ein Hallenbad. Ich habe mich über die offizielle Seite der Stadt Paris  informiert und entschloss mich für das “Piscine Saint-Merri”  in der Nähe des Hôtel de Ville.
Um eines schon einmal vorwegzunehmen: Begeistert hat es mich nicht! Schon beim Eingang fiel mir auf, dass es doch etwas unhygienisch aussieht. Die Umkleiden waren Einzelkabinen, was gar nicht schlecht war. Dies ist aber auch notwendig, denn es gab keine getrennten Bereiche für Frauen und Männer. Das gleiche gilt für die Duschen … Frauen und Männer duschen zusammen. Somit lässt man seine Badesachen beim Duschen an! Nun gut!
Das Schwimmbad an sich war eine 25 Meter Bahn, allerdings konnte man auf den letzten 10 Metern kaum noch schwimmen, weil es zum Beckenrand hin immer flacher wurde. Das ist sehr gut für Kinder, aber zum Schwimmen absolut ungeeignet. Leider hatte ich mir vor lauter Übereifer gleich eine 10er Karte gekauft, die nun seit Monaten ungenutzt herumliegt.

Ein halbes Jahr später, ich wohne nun im 11. Arrondisement in Paris, machte ich einen neuen Versuch und ging in das “Piscine Georges Rigal”
… Es war an einem Sonntag um 9 Uhr morgens und ich dachte, dass niemand so früh da sein würde. Das war allerdings ein Trugschluss und so musste man sich seinen Weg zwischen Rentnern und planschenden Kindern bahnen. Auch hier war der Beckenrand derart abgeflacht, dass man dort nicht schwimmen konnte und auch die Duschen waren nicht nach Geschlechtern getrennt. Da fällt mir zu diesem Thema ein, dass ich ein paar Leute kennengelernt habe, die in ihrem Ministudio keine Dusche haben und deswegen immer ins Schwimmbad gehen. Vielleicht gewöhnt man sich ja daran mit Badesachen zu duschen???

Eintrittskarte Schwimmbad ParisAm Wochenende machte ich nun meinen letzten Versuch, schließlich sind aller guten Dinge drei. Bei heißen 38 Grad draußen und gefühlten 50 Grad in meinem Studio beschloss ich, den Tag im Freibad zu verbringen. Da Metro fahren bei diesen Temperaturen absolut unerträglich ist, suchte ich mir ein Bad in meiner Nähe und fand das “Piscine Roger Le Gall”, welches im Winter ein normales Hallenbad ist und im Sommer Open-Air. Auf den Bildern war auch eine Rasenfläche zu sehen, also der perfekte Ort für einen Sonntagsausflug. Dort angekommen waren um 10 Uhr morgens schon derart viele Menschen unterwegs, dass ich eine halbe Stunde anstehen musste. Dann war ich über den Eintrittspreis von 5€ doch etwas überrascht, schließlich ist es lediglich ein schlichtes Hallenbad, nur eben ohne Dach. Aber gut, bei der Hitze wollte ich nur ins Wasser.
Die Umkleidekabinen waren diesmal sogar nach Geschlecht getrennt. Perfekt! Dann kam aber der Schock: Es waren so viele Menschen im Wasser, dass Schwimmen unmöglich war. Und dabei war es ein 50 Meter Becken ohne abgeflachten Beckenrand. Nachdem ich 10 Minuten vergeblich versucht habe, im Wasser voran zu kommen, beschloss ich, mir erstmal einen Platz auf dem Rasen zu suchen, hab diesen aber gar nicht gefunden. Ich stellte dann fest, dass man wegen der vielen Menschen, die sich dicht an dicht auf den Rasen drängten, diesen gar nicht mehr sehen konnte. Somit war der Plan, sich hinzulegen und in Ruhe mein Buch zu lesen auch hinfällig, zumal es dort auch keinen Schatten gab. Also bin ich nach 10 weiteren Minuten wieder in die Umkleidekabine gegangen, nahm eine erfrischende Dusche und beschloss in den Bois de Vincennes zu fahren, der vom Schwimmbad nur 10 Minuten mit dem Fahrrad entfernt war.

Als ich das Schwimmbad verließ, zog sich die Warteschlange für das Schwimmbad noch weit auf dem Bürgersteig entlang, so dass ich froh war, eine Stunde eher da gewesen zu sein.
Das ist Paris – einfach zu viele Menschen, immer und überall!

About the author
Anja

Als Dipl-Geographin entdecke ich gern die Welt und schreibe hier darüber.

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