Reiseblog

Fahrt im Nachtzug der Deutschen Bahn

Da ich ziemlich regelmäßig im Nachtzug auf der Strecke zwischen Paris und Berlin unterwegs bin, möchte ich hier über meine Erfahrungen schreiben und ein paar Tipps geben.

Buchung der Fahrkarte für den Nachtzug

Nachtzug von Paris nach Berlin
Nachtzug von Paris nach Berlin

Die Buchung kann man problemlos über das Buchungsportal der Deutschen Bahn vornehmen. Dabei stehen für viele europäische Ziele besondere Sparpreise in Form des Europa-Spezials zur Verfügung. So kann man die Strecke Berlin-Paris bereits für 39 EUR bekommen, vorausgesetzt man bucht rechtzeitig. Die Fahrkarte kann man maximal 90 Tage vor Fahrtantritt kaufen. Für alle Schnäppchenjäger lohnt es sich also in gewissen Abständen, die verfügbaren Kontingente zu checken. Bei der Buchung eines Nachtzugs stehen verschiedene Platzkategorien zur Verfügung.

Sitzplatz

Ein Sitzplatz ist die preiswerteste Möglichkeit mit dem Nachtzug zu fahren. Allerdings findet man in den Nachtzügen der Deutschen Bahn keine Großraumabteile und sitzt somit in einem 6er Abteil, in dem sich jeweils 3 Personen gegenübersitzen. Ich bin einmal im Sitzwagen gefahren und habe mir geschworen, es nie wieder zu tun. Wenn das Abteil voll belegt ist, hat man keine Möglichkeit, sich bequem hinzusetzen, um vielleicht auch sitzend ein wenig zu schlummern. Es wird schon schwierig, die Beine auszustrecken.

Allerdings war meine Fahrt nicht nur deswegen katastrophal, sondern auch wegen anderer Umstände. Ich fuhr im Dezember von Berlin nach Paris, es war kalt draußen, aber in unserem Abteil hatten wir gefühlte 40 Grad. Mittlerweile weiß ich, dass man die Klimaanlage in den Abteilen selbst regulieren kann (siehe unten). Die Hitze war unerträglich, so dass ich innerhalb kürzester Zeit meine Wasserflasche ausgetrunken hatte. Dazu kam die Tatsache, dass ein Hund in unserem Abteil mitreiste, der fürchterlich stank und die halbe Strecke auf einem Hundeknochen herumbiss, der noch viel schlimmer stank. Wenn man dann noch die Hitze in dem Abteil bedenkt, kann sich sicher jeder vorstellen, dass es angenehmere Fahrten gibt.

Liegeplatz – meine Empfehlung

Decke, Kissen und Laken im LIegewagen
Decke, Kissen und Laken im Liegewagen

Der Liegewagen ist meines Erachtens die beste Option. Es ist einigermaßen bequem und man hat einen gewissen Komfort. Es gibt dabei 6er Liegewagen, in denen, wenn man Pech hat, auch 6 Personen schlafen sowie Liegewagen mit 4er Belegung.

Für die Liegewagen zahlt man einen kleinen Aufschlag, der bei 10 EUR für die 6er und 20 EUR für die 4er Belegung liegt.

Normalerweise bin ich bisher immer in einem 6er Liegewagen gefahren, allerdings kann man bei viel Gepäck Probleme bekommen, dies zu verstauen, denn es gibt nur unter den beiden untersten Liegen Stauraum sowie ganz oben am Kopfbereich. Übrigens sind die Liegen nicht alle gleich groß. Die unterste Liege ist deutlich breiter als die mittlere und somit zu bevorzugen. Außerdem kann man von dort aus schnell aufstehen, um beispielsweise auf die Toilette zu gehen.

Ein extrem großer Nachteil in den 6er Abteilen ist die Beengtheit. So hat man in dem Abteil zwar die Möglichkeit zu liegen, man kann sich allerdings nicht aufrecht hinsetzen, weil durch die mittlere Liege der Platz nicht gegeben ist.

Liegewagen für 4 Personen
Liegewagen für 4 Personen

Somit habe ich mich für meine letzte Fahrt für die 4er Belegung entschieden, weil ich auch ein wenig mehr Gepäck mitnehmen musste. Hier ist die mittlere Liege jeweils höher eingestellt, so dass man auf der untersten sitzen kann. Der Stauraum ist der gleiche, allerdings sind zwei Personen weniger im Abteil.

Schlafwagen – Reisen deluxe

Neben den Sitz- und Liegeplätzen kann man auch etwas bequemer im Schlafwagen reisen. Dafür gibt es in den CityNightLines der Deutschen Bahn auch wieder unterschiedliche Kategorien, nämlich Economy und Deluxe. Da in zwei Tagen meine erste Nachtzug-Reise im Schlafwagen ansteht, werde ich später ausführlich davon berichten.

Tipps für die Reise im Nachtzug

Da ich, wie oben schon erwähnt, bereits sehr oft im Nachtzug gefahren bin, möchte ich meine gesammelten Erfahrungen hier teilen.

Ohropax

Man weiß nie, wer im Abteil mitreist. Mir ist es bereits öfter passiert, dass es extreme Schnarcher waren oder Leute, die es lieben, ihren MP3 Player so laut zu stellen, dass alle mithören können.

Außerdem hat man natürlich auch die Fahrgeräusche im Zug. Für alle Lärmempfindlichen empfehle ich deswegen unbedingt Ohropax einzustecken. Es wundert mich übrigens, dass die Bahn noch nicht auf die Idee gekommen ist, diese zu verkaufen oder einen Automaten bereit zu stellen.

Kulinarisches

Man sollte sich ausreichend Flüssigkeit und eventuell Lebensmittel mitnehmen, denn in den meisten Nachtzügen, in denen ich bisher gefahren bin, gab es kein Bordrestaurant. Es gibt zwar immer einen Mini-Verkaufsstand, aber die Auswahl ist sehr gering und teilweise findet man kein Servicepersonal, von dem man bedient wird.

Klima anpassen

Temperatur regulieren im Nachtzug
Temperatur regulieren im Nachtzug

Am Anfang ist es mir auf zwei Fahrten passiert, dass es unerträglich heiß war. Mittlerweile weiß ich, dass man das Klima selbst regulieren kann. Dazu gibt es über dem Fenster einen Regler. Im Sommer kann man natürlich auch das Fenster leicht geöffnet lassen, allerdings hört man dann die Zuggeräusche ziemlich stark und es kann auch passieren, dass die Klimaanlage deswegen ausfällt.

 

Sicherheit und Schutz vor Diebstahl

In Nachtzügen gibt es angeblich viele Langfinger. Mir ist noch nie etwas passiert, was aber auch daran liegen kann, dass ich immer sehr vorsichtig war.

Lichtschalter und Verriegelung im Nachtzug
Lichtschalter und Verriegelung im Nachtzug

Die Abteile kann man von innen verriegeln, so dass zumindest kein Fremder hereinkommen kann. Außerdem sollte man seine Wertsachen immer bei sich tragen, egal ob man nur kurz die Hände waschen oder sich die Füße vertreten will.

Ich hab außerdem beim Schlafen immer eine kleine Tasche mit meinen wichtigsten Sachen (Schlüssel, Handy, Geld) unter meiner Decke liegen, so dass auch Mitreisende im Abteil keine Chance haben, mich zu beklauen.

Beherzigt man all diese Tipps kann auf der Reise mit dem Nachtzug eigentlich kaum etwas schief gehen. Allerdings sollte man nicht unbedingt damit rechnen, dass der Zug pünktlich ankommt. Nach meiner Erfahrung waren sicherlich 50% der Züge verspätet, teilweise bis zu zwei Stunden.

About the author
Anja

Als Dipl-Geographin entdecke ich gern die Welt und schreibe hier darüber.

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