Geschichte Guatemalas

Guatemala kämpft um seine Unabhängigkeit

Die Unabhängigkeitserklärung von Spanien fand in Guatemala am 15. September 1821 statt. Seinerzeit bildete Guatemala jedoch noch mit El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica eine Einheit mit Namen Zentralamerika. Dem Wunsch des ersten Präsidenten Zentralamerikas Gabino Gaínza y Fernández de Medrano folgend, schloss sich das Land dem ebenfalls neu ausgerufenen Kaiserreich Mexiko an. Dieses Bündnis erreichte bereits 1823 sein Ende, woraufhin Guatemala Mitglied der Zentralamerikanischen Konföderation wurde. Aufgrund von wachsenden Sezzensionsbestrebungen in der Region, die Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica betrafen, kam es in der Zeit von 1838-1840 zu einem Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Konföderation und den Separatisten.

Dorf in Guatemala

In der Folge dieser kriegerischen Auseinandersetzung spaltete sich der Staatenbund und Guatemala erklärte sich 1839 zu einer eigenstaatlichen Republik. Rafael Carrera, der die guatemaltekischen Rebellen anführte, übernahm das Amt des Präsidenten. Er regierte Guatemala von 1844 bis 1848 und nochmals von 1851 bis 1865. In diesen Amtsperioden gelang es ihm die stetig aufflackernden Auseinandersetzungen mit Konföderierten niederzuschlagen. Diese Verdienste trugen dazu bei, dass er 1854 als Präsident auf Lebenszeit ernannt wurde. Auf Carrera geht auch den Grenzkonflikt mit Belize zurück. Er schloss 1859 den Grenzvertrag mit der Regierung des Nachbarlandes. Ab 1963 kam es unter den Nachbarstaaten vermehrt zu militärischen Auseinandersetzungen. Im selben Jahr verlor Guatemala den Krieg gegen El Salvador. Es bildeten sich in der Folge zwei konkurrierende Bündnisse. Guatemala gewann Costa Rica als Partner. El Salvador hingegen konnte Nicaragua und Honduras für seine Allianz gewinnen. In einem erneuten Feldzug konnten guatemaltekische Verbände San Salvador einnehmen und die Vormachtstellung in der Region zurück gewinnen.
1865 kam Carreras Nachfolger Vincente Cerna an die Macht. Es folgten zahlreiche Präsidenten, die sich jedoch eher als Diktatoren entpuppten. Die Folge waren Staatsstreiche und daraus resultierend verschiedene politische Strömungen. Unter Justo Rufino Barrios kam Guatemala 1879 zu einer eigenen Landesverfassung. Er etablierte den Anbau von Kaffee und machte ihn zum wichtigsten Produkt des Landes. Auf den Plantagen sollten die indigene Bevölkerung Zwangsdienste leisten. Auch unter Barrios brachen die alten Konflikte wieder auf. Vereinigungsbestrebungen mit El Salvador musste er 1885 auf dem Schlachtfeld mit seinem Leben bezahlen. Bis zur Jahrhundertwende folgten weitere Präsidenten, deren Schaffenszeit vor allem auf die wirtschaftliche, infrastrukturelle und politische Entwicklung des Landes abzielte.

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Anja

Als Dipl-Geographin entdecke ich gern die Welt und schreibe hier darüber.

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