Geschichte Guatemalas

Guatemala in der Kolonialzeit

Von gravierender Bedeutung für die Geschichte der indigenen Bevölkerung Guatemalas war die Eroberung ihres Territoriums durch die spanischen Eroberer. Noch heute kämpfen die Nachfahren der Maya mit den Auswirkungen dieses Traumas. Wie viele Opfer der Eroberungsfeldzug unter der indigenen Bevölkerung gefordert hat, kann aufgrund unzureichender historischer Quellen nicht genau beziffert werden.
Kolonialbauten Antigua, Guatemala
Ihren Anfang nahm das Leid der indigenen Bevölkerung in den Maya Reichen jedoch bereits vor der Ankunft der europäischen Eroberer. Dort grassierten die Krankheiten der Alten Welt. Bereits 1521 und damit vor der Ankunft der Spanier im heutigen Guatemala, wütete die Pest auf der Yukatan-Halbinsel. Vermutlich fand die Krankheit ihren Weg über Mexiko in die Maya-Regionen. Nach den unheilvollen Vorboten erreichten 1524 spanische Truppen, unter der Führung von Pedro de Alvarado, über Mexiko das Gebiet der Maya. Eine überlegene Waffentechnik und Kriegsstrategie ließ die spanische Invasion schnell voran schreiten.

Politische Bündnisse, die sich in militärischen Allianzen hätten manifestierten können, waren bei den Maya nicht ausgeprägt. Eine koordinierte Gegenbewegung konnte sich somit nie etablieren. Missionare und eine Heerschar von Siedlern sollten große Teile der indigenen Bevölkerung verdrängen oder assimilieren. Noch im selben Jahr gründeten die spanischen Eroberer ein Verwaltungsnetz, in dessen Zentrum die Stadt Ciudad Vieja fallen sollte. Es entstand das Generalkapitanat Guatemala. Guatemala und seine Bevölkerung wurden Teil des 1535 neugegründeten Vizekönigreiches Spanien, das die eroberten Gebiete vollends unter spanische Herrschaft stellte. Aufgrund von Naturkatastrophen wechselte das Verwaltungszentrum 1542 nach Santiago de los Caballeros. 1773 ereilte die Stadt, auf deren Gebiet das heutige Antigua liegt, das Schicksal ihres Vorgängers. Neues Zentrum wurde Guatemala-Stadt, die heutige Hauptstadt Guatemalas. Mit dem Einfall der Briten im heutigen Belize im Jahr 1639 mussten die Spanier einen herben Rückschlag hinnehmen. Aus den Gebietsstreitigkeiten jener Zeit resultiert noch heute ein Grenzkonflikt der Nachbarn Belize und Guatemala.

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Anja

Als Dipl-Geographin entdecke ich gern die Welt und schreibe hier darüber.

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