Rouen liegt in der Normandie im Norden Frankreichs. Genauso wie Paris ist die Stadt an den Ufern der Seine erbaut worden und befindet sich nordwestlich der französischen Hauptstadt und südöstlich von Le Havre. Mit seinen ca. 110.000 Einwohnern ist Rouen eher zu den kleineren Städten Frankreichs zu zählen, hat aber dennoch viel zu bieten.

Geschichte von Rouen

Fachwerk Rouen

Fachwerkhaus

Die Gründung von Rouen geht bis 4o vor Christus zurück und erfolgte unter dem König Augustus. Seit dem 4. Jahrhundert trägt sie den Bischofssitz, der erste bekannte ansässige Bischof war Saint-Victrice. Leider wurde Rouen während ihrer Geschichte mehrere Male von Überfällen (Wikinger, Engländer, Franzosen und Deutsche) betroffen, so dass einige alte Gebäude zerstört wurden. Besonders durch Bombemeinschläge im zweiten Weltkrieg, die größtenteils von den Amerikanern verübt wurden, um die Stadt von den Deutschen zu befreien, ging ein großer Teil des historischen Stadtbildes verloren. Bei einem Spaziergang durch Rouen fällt das sofort ins Auge, denn auch in der „neuen Stadt“, deren Gebäude überwiegend aus den 1960er und 1970er Jahren stammen, sind immer wieder Ruinen zu finden, die teilweise sehr gut in die neue Architektur integriert sind.

Sehenswürdigkeiten in Rouen

Kathedrale Rouen

Kathedrale

Rouen wird auch als Stadt der 100 Kirchtürme bezeichnet und tatsächlich verliert man bei der Vielzahl der Gotteshäuser leicht den Überblick. Eine der bekanntesten Kirchen ist die Kathedrale Notre Dame, die als Hauptkirche der Normandie gilt. In ihr fanden auch die Königszeremonien statt. Bis ins 19. Jahrhundert hatte sie die Stellung inne, das höchste Gebäude der Welt zu sein.

Darüber hinaus verfügt Rouen über 2000 gut erhaltener Fachwerkhäuser. Das Zentrum verfügt fast ausschließlich über diese alten Gebäude, die überwiegend im 15. und 16. Jahrhundert errichtet wurden. Ein großer Teil der Fachwerkhäuser ist allerdings im zweiten Weltkrieg zerstört worden. Durch den hohen Holzanteil brannten diese besonders schnell ab und waren nicht mehr zu retten.

Jeanne d Arc Kreuz

Kreuz auf dem Marktplatz

Ebenfalls spielte Jeanne d’Arc eine große Rolle in der Stadt.  Sie wurde in der Festung verhört, schließlich verurteilt und am 30. Mai 1431 im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz verbrannt. Heute steht an dieser Stelle ein Kreuz, zu dem jedes Jahr zahlreiche Touristen pilgern.

Eine weitere kulturelle Sehenswürdigkeit stellt die astronomische Uhr im Gros Horloge, dem Uhrenturm dar. Die vielen Details sollte man sich genauer ansehen. Die Uhr verfügt übrigens nur über einen Zeiger, außerdem zeigt sie neben der Uhrzeit auch die Mondphase und das Sternzeichen an. Wer durch den Uhrenturm durchläuft sollte nicht versäumen, einen Blick nach oben zu werfen, denn hier ist ein wunderschönes Stuckgemälde zu bewundern.

Uhrenturm Rouen

Uhrenturm

Natürlich sind das länsgt nicht alle Sehenswürdigkeitn, die man gesehen haben sollte, so ist der Justizpalast oder die Bischofskirche nicht weniger beeindruckend. Wer sicher sein will, nichts zu verpassen, holt sich einfach aus der Touristeninformation eine Karte mit entsprechenden Informationen oder bucht gleich eine geführte Stadttour. Bei der Touristeninformation bekommt man außerdem Infos zu den Museen in Rouen, die man besucht haben sollte, darunter Le Secq des Tournelles, das Maritimmuseum, das Keramikmuseum oder das Schmiedemuseum, welches in einer ehemaligen Kirche beheimatet ist.

Sport und Leben in Rouen

Auch sportlich hat die Stadt mit rund 20.000 aktiven Sportlern, zahlreichen Sporthallen, Stadien, Schwimmbädern und sogar einer Eishalle viel zu bieten. Jedes Jahr findet im Mai ein 24 Stunden Motorbootrennen im Hafen statt. Bei der Tour de France dient sie schon zum 20. Mal als attraktiver Start-, Ziel- bzw. Etappenpunkt. Im Jahr 2003 bekam die Stadt von der UNICEF Frankreich den Titel, kinderfreundlichste Stadt, verliehen.