Die mit 23.000 qkm flächenmäßig Hessen entsprechende  historische Region Lothringen liegt im nordöstlichen Teil von Frankreich. Lothringen grenzt im Osten an das Elsass, im Norden an Deutschland (Saarland, Rheinland-Pfalz), Luxemburg und Belgien sowie  im Westen an die französische Nachbarregion Champagne-Ardenne und im Süden an die Franche-Comté.  Mit etwa 2,4 Millionen Einwohnern ist Lothringen (französisch: „Lorraine“) vergleichsweise dünn besiedelt. In der von der für seine zahlreichen Bäche bekannten Gebirgslandschaft der Vogesen sowie den Flüssen Meuse (Maas), Moselle (Mosel) und Sarre (Saar) geprägten lothringischen Landschaft gibt es mit Metz (120.000 Einwohner) und Nancy (105.000 Einwohner) lediglich zwei Großstädte.

Die heute administrativ in die vier Départements Meuse, Moselle, Meurthe-et-Moselle und Vosges gegliederte Region blickt, ähnlich wie die Nachbarregion Elsass, auf eine bewegte Geschichte zurück, die insbesondere über Jahrhunderte durch deutsch-französische Konflikte bestimmt wurde. Zwischen 1871 und 1918/19 waren Metz und der Nordosten Lothringens, mit seiner damals im Gegensatz zu der heutigen Situation mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung, nach Annexion durch das Deutsche Reich, Teil des „Reichslandes Elsaß-Lothringen“ (damals noch mit „ß“). Die beiden berühmtesten Lothringer waren die Jungfrau von Orleans, die 1412 im Vogesen-Dorf Domrémy geboren wurde, und der für die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich mitverantwortliche  Lothringer Politiker Robert Schuman (1886-1963).

Mitte des 19. Jahrhunderts begann Lothringen, das reiche Kohlevorkommen aufwies, zu einer der wichtigsten Bergbau- und Stahlproduktions-Regionen Europas zu werden. Die Montanindustrie spielt heute nur noch eine zweitrangige Rolle. Den ökonomischen Strukturwandel seit den 1960er Jahren konnte Lothringen nur teilweise durch verstärkten Ausbau des Dienstleistungssektors ausgleichen.

Die traditionsreiche Kultur und die abwechslungsreiche Landschaft Lothringens bieten dem Besucher zahlreiche Möglichkeiten für Spannung und Entspannung. Die drei Naturparks in der grenzüberschreitenden, den europäischen Gedanken mir Erfolg pflegenden Euro-Region „Saar-Lor-Lux“, die zahlreichen Schlösser und Burgen und auch die lothringische Küche, die neben der berühmten „Quiche Lorraine“ viele weitere Köstlichkeiten auftischt, zählen zu den Punkten, mit denen Lothringen als Reiseziel überzeugen kann.