RennesIm Nordwesten Frankreichs an der Mündung der Ille in die Vilaine liegt Rennes. Mit rund 250.000 Einwohnern ist es die zehntgrößte Stadt des Landes. Als ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Bretagne ist Rennes bis heute ein administratives, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region. Zahlreiche junge Menschen leben in der Stadt, da es hier zwei Universitäten und mehrere Hochschulen gibt.

Beinahe sieben Jahrhunderte residierten die bretonischen Herzöge in Rennes. 1532 wurde die Bretagne schließlich Frankreich einverleibt. 1720 brannte die Altstadt beinahe vollständig nieder. Das heutige Stadtbild mit seinem schachbrettartigen Grundriss stammt deshalb zu großen Teilen aus der nachfolgenden Zeit. Im 20. Jahrhundert gewannen die bretonischen Unabhängigkeitsbestrebungen erneut an Stärke. Ein sichtbarer Erfolg dieses Strebens sind die zweisprachigen Straßenschilder in der Stadt, die es so seit 1985 in der ganzen Bretagne gibt.

Das architektonische Prunkstück der Stadt ist der Palais de Justice, der aus der Zeit des Sonnenkönigs Louis XIV. stammt. Er brannte 1994 während einer Demonstration von Fischern leider fast vollständig aus, konnte allerdings zu großen Teilen wieder rekonstruiert werden. Gesäumt von Häusern aus dem 18. Jahrhundert erstreckt sich davor der repräsentative Place du Parlement de Bretagne.

Sehenswert ist auch das Rathaus von Rennes am Place de la Mairie. Es entstand nach dem großen Brand von 1720 und wird gekrönt von einem Uhrturm. Die schönste Straße von Rennes ist die Rue St. Georges. An deren Ende befindet sich, umgeben von einem Park, das Palais St. Georges aus dem 17. Jahrhundert.

Kulturell hat hat die Stadt einiges zu bieten. Das Musée de Bretagne vermittelt einen weitreichenden Überblick über die bretonische Kunst und Kultur. Eine umfangreiche Sammlung von Gemälden ab dem 14. Jahrhundert kann im Musée des Beaux-Arts besichtigt werden. Auch Freunde des Theaters und der Oper kommen in Rennes auf ihre Kosten.