Die Geographie von Guatemala

Eine treffende Kurzbeschreibung der guatemaltekischen Geographie würde sich wohl wie folgt lesen: „Land zwischen zwei Meeren, im Herzen des amerikanischen Kontinents„. Im äußersten Norden Zentralamerikas nimmt Guatemala mit rund 109.000 Quadratkilometern etwa die Größe Bayerns und Baden-Württembergs ein. Wenn es damit auch nicht zu den riesigen Flächenländern des amerikanischen Kontinents zählt, so ist doch die geographische Lage, bei 15° 30′ Nord und 90° 15′ West, in der Mitte der beiden amerikanischen Kontinente eine Besonderheit.

Geopolitisch teilt sich Guatemala einen Großteil seiner Landesgrenze von 962 Kilometern mit dem nördlichen Nachbarn Mexiko. Hinzu kommen gemeinsame Grenzen mit dem östlichen Belize, dem südöstlichen Honduras sowie dem südlich gelegenen El Salvador. Auf 1687 Kilometer beläuft sich die Gesamtlänge der Grenzlinie. Zudem liegt Guatemala strategisch günstig an gleich zwei bedeutenden Meeren. Im Westen öffnen sich die Weiten des Pazifiks, während im Osten das Karibische Meer einen Seeweg zum Atlantik ermöglicht.

guatemala-landschaftDer Einfluss der Geographie auf das Wetter

Guatemala besitzt keine einheitliche Klimazone. Während es an der trockenen, savannenartigen Pazifikküste, mit Tageshöchsttemperaturen von bis zu 38°C, ganzjährig heiß ist, zeigt sich das Hochland deutlich gemäßigter. Hier bewegen sich die Temperaturen zwischen angenehmen 15°C und 28°C. Die hohe Varianz erklärt sich durch Unterschiede im Höhenniveau. Im Hochplateau können die Tageshöchstwerte im Januar und Februar gar noch tiefer fallen. Hinzu kommt in den höheren Lagen, mit Beginn des Monats Mai, die Zeit intensiver Regenfälle. Erst im Oktober endet dort diese niederschlagsreiche Regenperiode. Eine hohe Luftfeuchtigkeit dominiert das Flachland, vor allem aber die Regen- und Nebelwälder. Während der als „verano“ bezeichneten Trockenzeit zwischen November und April sinkt diese jedoch ein wenig herab. In den flachen, östlichen Küstenbereichen herrscht ganzjährig ein feuchttropisches Wetter. Die Lage am karibischen Meer bedingt in der Hurrikan Saison das Risiko von Tropenstürmen. Von Ende Juni bis Anfang November sind solche Sturmszenarien möglich. Aufgrund der geschilderten Wetterphänomene empfiehlt sich die Trockenzeit von April bis November für eine Reise nach Guatemala.landschaft-guatemala

Guatemalas vielgestaltige Landschaft

Das Klima und die Geomorphologie Guatemalas begünstigen im Tiefland, dem nordöstlichen Petén, dass Wachstum eines fast undurchdringlichen, tropischen Regenwaldes. Auf einer südlichen Route Richtung Inland und Pazifikküste zeigen sich alsbald die ersten Ausläufer des Hochlandes. Eine vulkanologisch aktive Region, die im Falle des Tajumulco, dem höchsten Vulkan Mittelamerikas, bis auf 4.220 Meter über dem Meeresspiegel anwächst. Mehr als 25 Vulkane, die meisten von ihnen sind Schichtvulkane, liegen im Hochland des Landes. An sieben von ihnen kann noch heute Aktivität beobachtet werden. Zusammengenommen bestehen ungefähr ein Fünftel der Landfläche aus bergigem Terrain. Der Norden und Süden dominiert mit ausgedehnten Hügel- und Tieflandgebieten. Durch die geologische Zuordnung der nördlichen Gebiete zur Halbinsel Yucatan entsteht jedoch ein anderer Landschaftstypus als in den südlichen Regionen.

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