Christian Knauer
Aufgrund neu verstandener Subsidiaritäts- und Dezentralisierungsprinzipien erfahren die Steuerungsmechanismen zur Regionalentwicklung einen veränderten Zuspruch. Anhand des ILEK der Uckermark werden aus Ex-ante-Perspektive Kooperations- und Koordinationsstrukturen unterschiedlicher Planebenen nachgezeichnet. Zielführend war die Formulierung von Themenbereichen und dazugehörigen Fragekomplexen. Mit Hilfe der gewonnenen Ergebnisse konnte der Bedarf an frühzeitiger Informationsgewinnung im Rahmen der konzeptionellen Konstituierungsphase belegt werden.
Regional development is becomming a changing approval because of it´s new interpretive subsidary und dezentraly principles. At the example of the ILEK of the Uckermark are duplicate from ex-ante-perspective structures of cooperation and coordination of different planning levels. Aimfull was the designation of subject areas and belonging to it question complexes. In consequence of the results it can be shown the early need of information during the phase of constitution.
Als Umsetzungsebene für strukturpolitische Maßnahmen und Programme nimmt die Region bei steigenden Anforderungen an koordinierende Steuerungsmechanismen an Bedeutung zu. Einerseits wird davon die Verwendung öffentlicher Ressourcen beeinflusst, andererseits auch die Möglichkeit auf Einfluss- und Handlungsspielräume steuernd einzuwirken. Hinzu kommt neben den immer weniger akzeptierten rein hierarchischen Entscheidungsprozessen und einem Defizit an ressortübergreifendem Informationsaustausch, eine Vielzahl informeller Abstimmungsmöglichkeiten in Ergänzung zu Planungsformalien. Zunehmend relevant wird daher der gemeinschaftliche Diskurs zwischen Planer und Adressaten. Schon im Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen wurde ein besonderer Handlungsbedarf an überörtlichen integrierten Initiativen gefordert, insbesondere für die strukturschwachen ländlichen Räume. Als problematisch wird in den strukturschwachen Räumen jedoch nicht die unzureichende Beschäftigung zu weniger Akteure mit zu wenigen Instrumenten gesehen, sondern vielmehr dass diese Akteure und Instrumente zu unkoordiniert agieren.1 Zur Bestimmung der Effektivität und Effizienz von Planung und Interventionsmaßnahmen werden Evaluationen eingesetzt. Angesichts wachsender Budgetprobleme herrscht jedoch immer noch die Meinung vor, dass finanzielle Mittel in die Maßnahmen als in methodisch angreifbare Evaluationen fließen sollten. Der folgende Beitrag liefert ein Kriterien-Set2 mit dessen Hilfe Kommunikationsbeziehungen zwischen Steuerungs- und Adressatenebene aus Ex-ante-Perspektive herausgearbeitet und bei entsprechender Fallspezifikation per se beurteilt werden können.
Der ländlich periphere und von Strukturschwächen gekennzeichnete Landkreis Uckermark erarbeitet im Verschneidungsprozess mit seiner Kreisentwicklungskonzeption (KEK), die grundlegend aus einem Wirtschaftsrahmenplan besteht, das ILEK. Der Wirtschaftsrahmenplan und das ILEK bilden zusammen die Fortschreibung der (KEK) des Landkreises Uckermark, sodass die ILEK-Organisation eng an die Verwaltungsstruktur des Landkreises gebunden wurde. Initiiert wurden die ILE-Konzeptionen im Land Brandenburg durch das Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz auf der Grundlage der Gemeinschaftsaufgabe zur "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes", weshalb sie nicht originär raumplanerischer Herkunft sind. Die Bearbeitung erfolgte von Dezember 2004 bis Juni 2005. Gremienübergreifend fanden sich dazu unterschiedliche regionale Akteure in drei Arbeitsgruppen3 zusammen, die von einem Beirat begleitet, von einem Regionalforum und einem Lenkungsausschuss koordiniert und richtlinienauslegend extern moderiert wurde. Die Beschlussfassung wurde vom uckermärkischen Kreistag vorgenommen. An der Konzeption nahm als Vertreter der Raumplanung die Regionale Planungsstelle Uckermark-Barnim teil. Als untere Raumordnungsbehörde der Gemeinsamen Landesplanung Berlin Brandenburg hat sie die Aufgabe als Bindeglied zwischen der Landesentwicklungsplanung und der Region zu fungieren.
Den Untersuchungsausschnitt bilden die Kooperationsstrukturen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes des Landkreises Uckermark und die wesentlich einflussnehmenden Planungen bzw. Abteilungen der entsprechenden Ministerien. 4 Planinhalte waren nicht Gegenstand der Untersuchung. Abhängig von der zu untersuchenden Ebene werden Themenbereiche und dazugehörige Kriterien formuliert, die die Grundlage für Fragekomplexe der empirischen Erhebung waren. Den leitfadengeführten Experteninterviews5 ging eine ausführliche Literaturrecherche voran. Da die Befragung noch vor der Implementationsphase der ILE-Konzeption stattfand, trägt sie die Merkmale einer Ex-ante-Evaluation. Abschließend werden mögliche Maßnahmen bei auftretenden Problemen für die Konstituierungsphase von Konzepten zur Regionalentwicklung aufgezeigt. Mit Hilfe der gewonnen Ergebnisse sollen Potenziale und Defizite des Konzeptionsprozesses und der ebenenübergreifenden Koordination diskutiert und Handlungsmöglichkeiten verdeutlicht werden.
Um Erfolgschancen und Schwierigkeiten der Programmentwicklungsphase möglichst früh zu erkennen, sollen
prozessorientierte Prüfkriterien angewandt werden. Dies vereinfacht auch die Prüfung des Programmvollzuges und kann
als Grundlage summativer Ex-post-Analysen dienen6. Die aufgenommenen Kriterien wurden aufgrund ihrer allgemeingültigen
Anwendbarkeit in den Themenkatalog aufgenommen:

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